Lifehack: Mit Plaste durch den Alltag. Stellt euch vor, ihr marschiert mit stolzgeschwellter Brust während der WM auf ein Meer von Deutschland-Wimpelchen zu. Leider kann 2018 niemand mehr garantieren, dass es sich dabei um einem Fanmeile handelt. Plaste nennt euch die vier wichtigsten Merkmale an denen ihr Fußballfans von den Teilnehmern einer rechten Demo unterscheiden könnt.
Soziodemografie und geografische Merkmale
Griesgrämige Rassistenpulks bestehen zu 75% aus Männern zumeist im mittleren Alter. Auch wenn es im ersten Moment unlogisch erscheint weißt eine hohe Frauenquote immer auf Fußballfans hin. Was nicht heißen muss, dass ihr jetzt alle gleich nach der Abseitsregel fragen müsst (Sorry, kleiner Männerwitz) Da die rechte Stammwählerschaft sich eher in den östlich dunklen Regionen unserer Republik aufhält, hilft hier zudem der Zugriff auf Google-Maps. In Österreich spielt auch die das Stadt-Land Gefälle eine Rolle. Faustregel: Menschenmengen mit hohen Frauenquoten, in den großen Städten, Westdeutschland sind mit großer Wahrscheinlichkeit Fanmeilen.
Das Stimmungsbarometer
AfDer leiden grundsätzlich unter chronischer Gefühlsphimose, auch Humor ist Ihnen völlig fremd, da ja die Verantwortung und das Wissen um die verdichteten großen Zusammenhänge der Welt auf ihren schmalen Schultern lasten. Fußballfans hingegen lieben die großen Gefühle und die Leidenschaft des Sports, was durch den höheren Frauenanteil natürlich verstärkt werden kann. Auch Niederlagen werden relativ schnell weg gesteckt und entweder Yogi Löw oder Mario Gomez aber nicht und nie um nimmer und niemals im Leben Angela Merkel oder Heiko Maas in die Schuhe geschoben.
Die Wirrnis-Flagge
Aus dem Fahnenmeer sticht bei den Rechtsradikalen gern die sog. Wirmer-Flagge (Volksmund: Norweger-Flagge) raus. Die Fahne ist ein Entwurf für eine Nationalflagge Deutschlands aus den 1920ern, die Josef Wirmer, ein Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, vorschlug. Die Okkupation von Symbolen, die echte Widerstandskämper (also die ohne ‘ie”) benutzt haben ist typisch für rechtspopulistischen Gartenzwergrevoluzer, die sich sicherheitshalber eine tolerante Demokratie aus Feindbild ausgesucht haben. Achtung: das ein oder andere geistige Teelicht nimmt inzwischen auch schon mal gern eine richtige Norweger-Flagge auf die Demo mit, die sieht ja so ähnlich aus – und ach was solls, Hauptsache rumhetzen.
Das richtige Fanshirt
Die deutsche Nationalmannschaft steht für Sympathie, Frische und nicht zuletzt weltmeisterlichen Erfolg. Sie symbolisiert genau somit das Gegenteil eines AfD-Anhängers .Also lass dein Kroos oder Müller-Fanshirt mal im Schrank und besorge Dir eines von Özil, Gündogan oder Boateng. Du wirst ohne weiters Zutun, merken ob Du auf der Fanmeile oder dem Pegida-Spaziergang bist. Wenn Du nicht weißt, wie du mit komischen Blicken umgehen sollst, dann fang doch einfach eine Diskussion an. „Ich ich fand das auch nicht gut, das mit Erdogan, aber mal ehrlich, die Bayern und ihre Connection zu Katar. Und die braunen Vollpfosten, die sich über Özil echauffieren sind mir auch nicht viel sympathischer als Erdogan“
Der Bratwurst-Nazi Kaltstart
Wenn ihr euch jetzt nicht unbedingt in Freital oder Blödnitz in einem Pulk grummelig verbissener sächselnder Männer mit Wirmer-Flaggen befindet und unsicher seid, empfiehlt sich als allerletzte Methode der sog. Bratwurst-Nazi Kaltstart. Stellt euch mitten in die Menge und brüllt so laut wie möglich los “Kennt ihr den schon? muahahaha, die AfD ist wie Hämorrhoidensalbe, eklig aber Arschlöcher freuts muahahaha ekligaberarschlöcherfreuts muahahah”. Leicht nach oben verdrehte Augen und anerkennendes Schmunzeln deuten eindeutig auf Fußballfans hin. Bei Gegenteiligen Reaktionen empfiehlt Plaste sich vom Acker zu machen und den Rest der WM in den eigenen vier Wänden zu feiern.
Der Beitrag DFB oder AfD – Fanmeile oder Hetzdemo? erschien zuerst auf Plaste.